Die Historie des Mühlespiels ist in sich schon sehr spannend.
Das Mühlespiel ist in verschiedenen Kulturen zu unterschiedlichen Zeitpunkten unabhängig voneinander entwickelt worden.
Dieses Phänomen ist deswegen besonders interessant, da im Mühlespiel eine große Zahl von LEBENSWEISHEITEN “versteckt” sind. Diese werden,
mehr oder weniger bewusst, im Spiel erfahren. Wenn man (sich) diese bewußt macht, kann dieses Spiel eine kleine “Lebensschule” sein. Kinder (oder auch Erwachsene) lernen spielerisch und mit viel Spaß etwas über und für das Leben.
Die wohl ältesten Zeugnisse für die Existenz dieses Spiels sind über 3400 Jahre alt.
Damit ist das Mühlespiel wesentlich älter, als das Schachspiel.
Das älteste Zeugnis für das Mühlespiel ist ein Mühlespielplan auf einer Dachplatte des Tempels in Kurna, Ägypten,  der dem Jahre 1400 v. Chr. zugeordnet wird.
In Europa ist eine genaue Datierung nicht möglich. Ein Spiel soll als bronzezeitliche Grabbeigabe in Wicklow (Irland) gefunden worden sein.
Leider sind die Unterlagen dieser archäologischen Grabung verloren gegangen.
Im alten Rom war Mühle ein weit verbreitetes und beliebtes Spiel. Es gab Spielbretter aus Marmor, Elfenbein, Ton oder Holz. Auch heute gibt es noch viele Zeugnisse für die Beliebtheit dieses Spiels.
An vielen Stellen sind Spielbretter in die Steinböden an öffentlichen Plätzen eingeritzt. So auch in die Treppenstufen der Basilica Iulia.
Auch auf dem Königsthron Karls des Großen in der Aachener Pfalzkapelle kann man auch heute noch auf den Marmorplatten, aus denen der Thron besteht, die Linien eines antiken Mühlespiels erkennen. Diese Marmorplatten stammen vermutlich aus der Grabeskirche in Jerusalem.
In der Zeit zwischen dem 11. und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte das Mühlespiel zu den beliebtesten Brettspielen in Europa. Erst am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Schachspiel immer beliebter und verdrängte das Mühlespiel mehr und mehr.
Das Mühlespiel hat alle Eigenschaften, um in der Wahrnehmung der Menschen wieder die Wertschätzung zu erlangen, die ihm aus vielerlei Gründen zusteht.
Man könnte fast sagen, daß das Mühlespiel alle Eigenschaften aufweist, die für eine Renaissance notwendig sind.