Weiß oder Schwarz – wer ist im Vorteil?

Im Schachspiel hat der mit den weißen Steinen beginnende Spieler einen kleinen Vorteil.
Im Mühlespiel scheint es so zu sein, daß der Spieler mit den schwarzen Steinen einen leichten Vorteil hat.
Die meisten Spieler, die schon viel gespielt haben, bevorzugen die schwarzen Steine.
Warum ?
Das Mühlespiel ist ein Strategiespiel ohne Zufallsvariante. Es ist ein Spiel mit vollkommener Transparenz.
Das Spiel kann durch keine noch so ausgeklügelte Strategie gewonnen werden, wenn der Mitspieler keinen Fehler macht.
Der Nachziehende hat zwei leichte Vorteile.

1. Er kann den letzten Stein setzen und damit mit diesem Stein leichter eine
Mühle vorbereiten, die in den nächsten oder sogar im nächsten Zug geschlossen werden kann. Er braucht “nur” zwei Steine freie, die er durch den dritten (den letzten) Stein ergänzt.
Der Anziehende muß zwei Dreierkonstellationen am Ende der Setzphase bilden, damit die Mühlenbildung durch den Nachziehenden nicht gestört werden kann.

2. Da jeder Zug ein Fehlzug sein kann, hat der Anziehende immer eine Möglichkeit mehr, einen Fehlzug zu machen, der dann vom Nachziehenden genutzt werden kann.